Hochmoderne Technologien, Tests unter raumfahrtähnlichen Bedingungen und eine aktive Teilnahme an einem internationalen Raketenprogramm – so verlief der Weg eines Studententeams aus der Slowakei, dessen Experiment im Rahmen des Programms REXUS/BEXUS erfolgreich durchgeführt wurde.
Die Gesellschaft Lerg SA hat das Vergnügen, junge Ingenieure bei dieser durchaus anspruchsvollen und zugleich inspirierenden Initiative, die ein hervorragendes Beispiel für die praktische Anwendung von technischem Wissen darstellt, zu unterstützen. Bei diesem ambitionierten Projekt spielten die von unserem Unternehmen gelieferten Werkstofflösungen eine bedeutende Rolle. Unsere Spezialharze wurden für die Herstellung von entscheidenden Konstruktionselementen und Hitzeschilden (heatshields), die den extremen Bedingungen während des Raketenflugs standhalten mussten, eingesetzt.
Vom Labor zur Rakete
Das Projekt begann mit der Konzeptphase und Labortests, die sich im Laufe der Zeit zu komplexen Integrationsarbeiten entwickelten.
Im Rahmen der Vorbereitungen führten die Studenten eine Reihe von Tests durch, darunter:
Jede dieser Etappen brachte das Team seinem Ziel näher – dem Transport des Experiments an die Grenze zum Weltraum.
Von der Integration bis zu den technischen Herausforderungen
Die Entwicklung des Projekts erfolgte schrittweise – von Labortests über die „Integration Week“ im ZARM-Zentrum in Bremen bis hin zu den finalen Startvorbereitungen.
Die Kulminationsphase des Projekts, das heißt die Startkampagne (1.–14. März 2026), barg jedoch erhebliche Herausforderungen. Aus Sicherheitsgründen – die sich unter anderem aus früheren Erfahrungen des Programms REXUS ergaben – wurde der Flug der Kapsel mit voll funktionsfähiger Elektronik nicht freigegeben. Grund dafür war das Fehlen einer vollständigen Überprüfung in den Prüfstands- und Vibrationstests.
Trotz dieser Einschränkung setzte das Team die Arbeit fort und integrierte das Experiment in einer zulässigen Konfiguration in die Rakete.
Das erste Startfenster kam nicht zustande, doch der zweite Versuch war erfolgreich. Die Raketen REXUS 35 und 36 wurden abgefeuert, und das Studentenexperiment wurde während des Fluges erfolgreich durchgeführt. Außerdem gelang es, das Raketenmodul trotz schwieriger winterlicher Bedingungen wiederzuerlangen.
Start und Verlauf der Mission
Nach einem wetterbedingten Fehlstart fand der Start am 10. März 2026 um 07:02 Uhr statt.
Die Rakete RX35 erreichte eine Höhe von 75,3 km, wurde einer Überlastung von 16 G ausgesetzt und führte den Ausstoß der Kapsel erfolgreich durch.
Das Experiment ermöglichte die Aufzeichnung wichtiger Daten sowie von Videomaterial über den Verlauf des Ausstoßes.
Wertvolle Ergebnisse trotz Einschränkungen
Während des Sinkflugs der Rakete gelang es ebenfalls, eine interessante Audioaufnahme zu machen. Obwohl die Kamera nicht mit einem hochwertigen Mikrofon ausgestattet war, zeichnete sie ungewöhnliche Geräusche beim Durchfliegen dichterer Schichten der Atmosphäre auf. Die Aufnahme weckte das Interesse von Fachleuten der ESA, des SSC und von MORABA, da solche Geräusche bei Raketenflügen nur sehr selten aufgenommen werden.
Entschlossenheit und weitere Pläne
Das Projekt hat bewiesen, dass junge Ingenieure in der Lage sind, reale technische und organisatorische Herausforderungen erfolgreich zu meistern.
Obwohl nicht alle Ziele in vollem Umfang erreicht werden konnten, hat das Team praktikable technische Lösungen entwickelt und wertvolle Erfahrungen im Projektmanagement gesammelt.
Die Teilnahme am Programm REXUS/BEXUS bedeutet für die Studenten nicht nur Ansehen, sondern vor allem eine unschätzbare Erfahrung bei der Arbeit an einem realen Ingenieursprojekt – vom Konzept über die Tests bis hin zum endgültigen Flug.
Der nächste Schritt sollten der Umbau der Kapsel sowie die Durchführung von Abwurfversuchen aus dem Flugzeug sein, die es ermöglichen, fehlende Daten und Materialien zu ergänzen.
Förderung moderner Lösungen und junger Talente
Das Engagement von Lerg SA bei solchen Initiativen ist Teil einer größeren Strategie zur Förderung von Bildung, modernen Lösungen und der Entwicklung zukünftiger Fachkräfte in den Technologiebranchen.
Die Zusammenarbeit mit jungen Ingenieuren gilt zugleich als Investition in die Zukunft – sowohl für den Industriesektor als auch für die gesamte wissensbasierte Wirtschaft.
Wir gratulieren dem Team zu seinem Erfolg und drücken die Daumen für weitere spannende Projekte 🚀
